Wir laden Sie am 8. März, 10 Uhr, herzlich zum Kandaten-Gottesdienst ein. Der Beginn des 137. Psalms klingt den meisten vertraut, auch wenn wohl nicht vielen bewusst ist, dass es sich dabei um ein Bibelzitat handelt: Der Song «At the Rivers of Babylon» der Gruppe «Boney M» ging seit den 70er Jahren um die Welt. Allerdings lassen diese optimistischen Disco-Rhythmen nicht erahnen, dass es sich dabei um einen alttestamentlichen Klagegesang handelt: Nach der Zerstörung Jerusalems lässt König Nebukadnezar die jüdische Oberschicht, Priester wie Laien, deportieren. In dieser Notlage sind sie gezwungen, über sich und ihre Beziehung zu Gott völlig neu nachzudenken.

Die Allschwiler Kantorei widmet sich im Kantatengottesdienst zur Fastenzeit diesem berührenden Text. Er erklingt im hebräischen Original, vertont von Matthias Heep, in lateinischer Übersetzung, vertont vom französischen Barockkomponisten Marc Antoine Charpentier sowie in deutscher Sprache in einer Komposition des berühmten Klaviervirtuosen Franz Liszt. Jede dieser Vertonungen beleuchtet einen anderen Aspekt des Psalms: Heep lehnt sich an den ebenso archaischen wie emotionalen synagogalen Kantorengesang an. Bei Charpentier ist auch der rituelle Charakter eines Psalms als Teil des Gottesdienstes spürbar. Liszt hingegen lag vor allem daran, die überwältigende Sehnsucht nach der Heimat in Töne zu fassen.

Die Mezzosopranisten Åsa Dornbusch, die Harfenistin Yvonne Deusch und unsere Kantorei werden begleitet vom Ensemble «Musica viva Schweiz» sowie von Susanne Böke an der Orgel.

Die musikalische Leitung hat Matthias Heep.
Die Liturgie dieses Gottesdienstes, der am 8. März um 10 Uhr in der Christuskirche Allschwil stattfindet, liegt in den Händen von Vikar Michael Klaiber.

Matthias Heep